Seminar

Lehrerausbildung an der Seminarschule

Bereits früh wurde die junge, 1950 gegründete Realschule mit Zusatzaufgaben betraut, die bis heute das Leben an der Schule maßgeblich prägen. So nahm seit 1956 der Schulleiter zusätzlich die Aufgabe des Ministerialbeauftragten für die Realschulen in Niederbayern. Und auch im Bereich der Lehrerausbildung wurde der Staatlichen Realschule in Landshut eine gewichtige Rolle zugesprochen. Seit 1958 ist sie als Seminarschule für mehrere Hundert von Studienreferendaren eine wichtige Stütze beim Start ins Berufsleben geworden.

Über die ersten Jahrzehnte geben die Überlieferung nur wenig detaillierte Informationen zu Inhalten, Abläufen und Personen des Seminars. Das erste Seminar 1958 bestand aus zwei „Lehramtsanwärten“, so die damalige Bezeichnung an der „Mittelschule“. Einer von ihnen, Anton Grafwallner hat es später bis zum Realschulrektor gebracht. Mit Hermann Hettler ist auch ein Seminarlehrer der ersten Stunde namentlich bekannt. Erst mit Herausgabe eines ausführlichen Jahresberichts im Schuljahr 1979/80 kann die Geschichte fast lückenlos nachvollzogen werden.

Die Lehrerausbildung vollzog sich über lange Zeit dreiphasig: Nach einem eher theoretisch geprägten Jahr an der Lehrerbildungsanstalt in München-Pasing erfolgte im zweiten Jahr die praktische Ausbildung, zuerst ein halbes Jahr an der Seminarschule. Die Studienreferendare wurden je nach Fach bayernweit verstreut zugeteilt. Das letzte halbe Jahr der Ausbildung erhielt man dann nach Unterrichtsbedarf an einer (hoffentlich) umliegenden Realschule.

Das Bild zeigt das Studienseminar für Mathe und Physik aus dem Schuljahr 1981/82, die Seminarleitung oblag dem Schulleiter RSR Kronthaler (Mitte unten), für Mathematik zeichnete Christoph Sobotta (unten rechts) verantwortlich, für Physik Walter Platiel (Mitte oben). Als dieser 1984 zum Realschuloberlehrer an die MB-Dienststelle wechselte, veränderte sich die Ausbildung zur Fächerkombination Mathe/Musik, als neuer Seminarlehrer für Musik wurde Konrad Diewald berufen. Ihm folgte 1990 Gertraud Weber.

Eine erneute Änderung der Lehrerausbildung 1995 brachte für unsere Schule eine deutliche Erweiterung des Seminarbetriebs. Die Bildungsstätte Pasing wurde aufgelöst und die Zuständigkeiten komplett an die Seminarschulen verlagert, die die Referendare nun im ersten und letzten Halbjahr zu betreuen hatten. Dazwischen lag ein Unterrichtseinsatz an einer anderen Schule in Bayern. Zu Mathematik und Musik erhielten wir erneut Physik (Dieter Jürschick), Englisch (Petra Gruber-Loipeldinger), Informatik (Josef Ellwanger) und Kunsterziehung (Markus Wüst). Auch die pädagogisch-psychologischen, staatsbürgerkundlichen und schulrechtlichen Inhalte erwerben sich nun die Referendare an der Seminarschule. Bayernweit wurde jeweils ein Seminarlehrer als Zentraler Fachleiter berufen, der für die Ausbildungsinhalte und -vergleichbarkeit verantwortlich ist. Christoph Sobotta (Mathematik) und Josef Plank (Psychologie) übernahmen diese schwierigen, aber auch ehrenvollen Aufgaben. Auch im neuen Jahrtausend veränderte sich das Seminar: Die Ausbildung wurde auf den Modus ein Jahr Seminarschule, ein Jahr Einsatzschule umgestellt und unser Angebot um Deutsch (Sylvia Wüst) und Geschichte (Simone Friedl) erweitert.